
Hundemedizin / Erste Hilfe Maßnahmen
Ob es sich nun um Deinen eigenen Hund oder einem fremden Hund handelt - in einer Notsituation muss auch einem Tier Erste Hilfe geleistet werden. Hier geben wir euch einige Tipps, welche die Versorgung eines kranken Hundes erleichtert.
Woran erkennt man das ein Hund krank ist?
Meistens sind es kleine Veränderungen im Verhalten des Hundes, die auf eine Erkrankung schließen lassen. Bei einer erkennbaren Veränderung wie z.B.: das Fressverhalten, der Kot oder Urin.
Verhält sich der Hund wie immer oder ist er apathisch und / oder teilnahmslos? Hustet, Zittert oder bekommt er schlecht Luft? Reagiert er empfindlich auf Berührung? Aber auch übermäßig starkes Hecheln und Ausfluss sind klare Anzeichen für eine Erkrankung.
Als erstes ist die Temperaturmessung wichtig. Hierzu benutzt man am besten ein Digitales Fieberthermometer. Gemessen wird im After. Auch eine Kontrolle der Schleimhäute ist von Vorteil. Am besten ist es sich die Mundhöhle, die Augen geeignet.
Eine Messung von Puls und Atemfrequenz ist auch wichtig.
Normale Körperwerte eines Hundes sind:
Temperatur: 37° – 39° C
Puls: 70-120 Schläge pro Minute ( je kleiner der
Hund, desto höher der Puls)
Atemfrequenz: 15-40 Atemzüge pro Minute
(je kleiner Hund, desto schneller die Atmung)
Schleimhäute: rosarot, feucht, glatt und glänzend
Achtung wichtig:
Die Körperwerte eines Hundes steigen bei einer Erkrankung nicht immer an, wohl aber bei Anstrengung oder in einer Stresssituation.
Die Häusliche Tierapotheke
Diese Produkte sollten immer im Haus sein:
Mullkompressen, Wundsalbe, elastische Binden, Mullbinden, wasserfestes Klebeband, Fieberthermometer, Polsterwatte (synthetisch), Pinzette (abgerundete Spitze), Hot/Cold Pack, Zeckenzange, Einmalhandschuhe
Nicht vergessen – die jährliche Kontrolle der Hausapotheke. Keines falls abgelaufene Medikamente verwenden. Diese sollten umgehend ersetzt werden. Auf Spraydosen verzichten, da die meisten Hunde das Zischen nicht mögen und sich erschrecken.
Wie und bei welcher Verletzung lege ich einen Verband an?
Geschienter Verband:
Wird bei Knochenbrüchen verwendet und folgende Symptome aufweisen: Das verletzte Bein wird nicht belastet oder ist extrem geschwollen. Das verletzte Körperteil hängt herunter oder steht ab. Für einen solchen Verband braucht man – 1 Mullkompresse (für offene Wunden), Watte zum Polstern, elastische Binde, Klebeband, Schiene (z.B. eine fest zusammen gerollte Zeitung. Als Ersatz können auch helfen- ein Brett, Ast oder Kochlöffel). Falls es sich um einen offenen Bruch handelt, sollte diese vorher mit einer Mullkompresse abdecken. Das verletzte Körperteil gut abpolstern und anschließend die Schiene auflegen und mit der elastischen binde stramm umwickeln. Aber Vorsicht: Liegt der Bruch oberhalb von Ellbogen- oder Kniegelenk, kann eine Schiene nicht verwendet werden. Die an dem Bruch angrenzenden Gelenke müssen immer mit geschient werden.
Druckverband:
Wird angewendet bei starken, also bei den meisten arteriellen Blutungen. Einen Druckverband nicht länger als 30 min. angelegt lassen, da sonst die Gefahr besteht das dass umliegende Gewebe abstirbt. Zur sofortigen Hilfe braucht man: 1 Mullkompresse zum Abdecken (als Ersatz kann eine Socke verwendet werden). Zum Polstern eine elastische Binde ( oder Schal, textile Hundeleine oder T-Shirt) Sofort einen Tierarzt aufsuchen, da die Wunde sofort chirurgisch versorgt werden muss. Bei einem längeren Transport den Verband für einige Zeit abnehmen und bei erneuter Blutung sofort wieder auflegen.
Pfotenverband:
Wird bei allen Verletzungen der Pfote angewendet. Nach der Reinigung und der Desinfektion der Wunde nun mit einer Mullkompresse abdecken. Zu einer guten Polsterung zwischen der Wolfskralle und der Zehen, Streifen aus Verbandswatte dazwischen legen (Wichtig – damit sie nicht gequetscht werden). Anschließend die gesamte Pfote mit Polsterwatte locker und danach mit einer elastischen Binde stramm verbinden. Der Verband darf nicht rutschen. Zum Schutz vor Nässe den gesamten verband mit einem wasserfesten Klebeband umwickeln (Ersatz – Gummi oder Hundeschuh verwenden). Sobald der Hund wieder im trockenen ist, den Verband gleich abnehmen, damit genug Luft an die Wunde kommt. Dies ist sehr wichtig, da sonst eine Entzündungsgefahr besteht. Außerdem sollte der verband nicht zu feste angelegt werden, da sonst die Blutzirkulation unterbunden wird.
Kopfverband
Diese Verbände werden bei Ohrlappen oder Augen Verletzungen angelegt. Zur ersten Hilfe brauchen man – Wunddesinfektion (nicht für die Augen), Wundsalbe, eine Mullkompresse für offene Wunden, eine elastische Binde und Klebeband.
Augenverband
Man sollte das verletzte Auge mit einer feuchten (nicht nassen) Mullkompresse bedecken und einen Verband anlegen. Um Kopf und Ohr die Binde so wickeln, dass sie einmal vor und einmal hinter dem Ohr verläuft. Falls sich der Hund den Verband nicht anlegen lässt kann alternativ eine Halskrause angelegt werden (der Hund sollte sich nicht am Auge reiben können). Bitte den Verband nicht zu fest anlegen da man ihn sonst erwürgt. Falls der verband rutschen sollte, einfach mit Klebeband fixieren.
Ohrenverband
Bei Hängeohren (Schlappohren) die Ohren bitte hochklappen und anschließend die Wunde reinigen und mit einer Mullkompresse abdecken. Dann den verband anlegen, in dem man die Ohrlappen nach hinten, also am Kopf des Hundes anlegt. Dann um den Kopf und einmal um das nicht verletzte Ohr wickeln. Der Verband darf nicht verrutschen, ggf. mit Klebeband fixieren.
Quelle: VOX.de