Poesie über den Hund

 

Poesie

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Danke kleiner Hund!

 

Du liegst und schläfst.
Sonnenstrahlen auf deinem Fell.


Wohlig reckst und streckst du dich.
Wovon träumst du, kleiner Hund?


Von dem, was war?
Von dem, was sein wird?


Hast noch nicht viel Gutes erlebt

in deinem kurzen Leben.

Und doch vertraust du mir?


Weißt, dass Menschenhände schlagen können

und leckst mir doch die Hand?


Weißt, dass Menschenbeine treten können

und schläfst doch zu meinen Füßen?


Weißt, wie Menschen schreien können

und wartest doch auf ein Wort von mir?


Weißt, wohin dich Menschen brachten

und folgst mir doch auf Schritt und Tritt?

Danke, kleiner Hund!


(Verfasser unbekannt)

 

 

Hund & Katze

 

Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Hassten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld. Da geht es bumm!
Der Herr Förster schoss sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit,
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.

( Wilhelm Busch)